Barrierefreies Internet für Kommunen und soziale Organisationen

Im öffentlichen Dienst ist der Begriff E-Government populär. Er beschreibt Verwaltung mithilfe digitaler Medien. Schon heute informieren sich viele Bürger über das Internet, laden notwendige Formulare herunter oder tauschen Daten aus. Damit dies auch für Menschen mit Behinderungen möglich ist, hat sich die EU auf die Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen geeinigt.

Auch Institutionen aus dem Sozialbereich, etwa Selbsthilfeorganisationen oder soziale Einrichtungen, stellen ihre Angebote im Internet dar. Gerade für ihre Zielgruppen ist Barrierefreiheit relevant. Ähnlich wie in der kommunalen Verwaltung stellen aber auch sie sich die Frage: Wie kann man für Barrierefreiheit sorgen ohne das Budget zu belasten?

Unsere Initiativen

Unsere Aufklärungsmaßnahmen und Modellprojekte führen wir gemeinsam mit Partnern durch.

Kommunale Webangebote barrierefrei umsetzen

Gemeinsam mit zwei Modellregionen erprobt BIK für Alle, wie Barrierefreiheit auf kommunaler Ebene effizient und kostengünstig umgesetzt werden kann.

Partner: Kreis Ostholstein

Bereits in seinem Aktionsplan Inklusion hat sich der Kreis Ostholstein, angeregt durch BIK für Alle, Barrierefreiheit im Web auf die Fahnen geschrieben. Gemeinsam wird nun erprobt, wie die dem Kreis angehörenden Kommunen, Einrichtungen und Betriebe für barrierefreies Internet sensibilisiert werden können und welche Unterstützungsangebote sinnvoll sind. Im Zentrum steht außerdem die Frage: Wie kann Barrierefreiheit kostengünstig umgesetzt werden? Die in der Modellregion gesammelten Erfahrungen werden ausgewertet und veröffentlicht. Sie sollen andere Regionen in der Praxis unterstützen.

Partner: Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB)

Mit der DZB wird ein Verfahren entwickelt und erprobt, mit dem sich Barrierefreiheit kostengünstig und effizient umsetzen lässt. Wenn bereits bei Redaktionssystemen und E-Government-Modulen BITV-Standards eingehalten werden, vereinfacht dies die Umsetzung einzelner Sites. Auch der Aufwand zur Prüfung der Barrierefreiheit reduziert sich. Wird dieser Ansatz konsequent umgesetzt kann eine Selbstzertifizierung mit Stichprobenprüfungen möglich werden. Dieser Ansatz soll für Webauftritte von Kommunen und Landesportalen des Freistaats Sachsen erprobt werden.

Barrierefreiheit für soziale Organisationen

Der BIK BITV-/WCAG-Test ist auch als Instrument zur Selbstbewertung der Zugänglichkeit von Webseiten konzipiert. Der Test beschreibt die Anforderungen der Standards und setzt sie in konkrete Prüfschritte um. Damit unterstützt er bei der Entwicklung barrierefreier Webauftritte.

Im Projekt BIK für Alle wird der Selbsttest weiterentwickelt, um vor allem sozialen Organisationen Hilfestellung bei der barrierefreien Realisierung ihrer Angebote zu bieten.

Partner: Evangelisches Bildungswerk München e.V.

Mit dem Evangelischen Bildungswerk München schulen wir Web-Verantwortliche aus Kirchengemeinden und kleine Vereinen der Region in der Handhabung der Selbstbewertung. Die Rückmeldungen der Seminarteilnehmer werden für die Überarbeitung der bestehenden BITV-/WCAG- Selbstbewertung genutzt.

Partner: Haus des Stiftens gGmbH

Einem Verteiler von über 40.000 Non-Profit-Organisationen bietet das Haus des Stiftens kostenlose Webinare zu den Themen IT, Recht und Kommunikation an. BIK für Alle wird eine Seminarreihe zur Gestaltung barrierefreier Webauftritte durchführen und die Selbstbewertung darstellen.

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