Wer profitiert von einem barrierefreien Internet?

Gehörlose und schwerhörige Menschen

Jana: „Immer mehr Bedienungsanleitungen sind als Videos im Internet verfügbar. Theoretisch ist das auch für mich eine große Hilfe. Praktisch verstehe ich leider nicht, was die Sprecher sagen.“

Jana in einem Konferenzraum, auf den Knien ein Laptop

Jana Verheyen berät Unternehmen zum Thema Schwerhörigkeit. Nach einem Hörsturz im Alter von 20 Jahren verliert sie stetig an Hörfähigkeit.

Für gehörlose oder schwerhörige Menschen ist die Möglichkeit der Information und Kommunikation über das Internet und E-Mail ein großer Gewinn. So kommuniziert Jana, die aufgrund ihrer Schwerhörigkeit nicht telefonieren kann, aber voll im Berufsleben steht, auch ohne Telefon mit ihren beruflichen und privaten Kontakten.

Menschen mit angeborener Gehörlosigkeit sind vor allem gebärdensprachorientiert. Bei ihnen ist die Fähigkeit zu schreiben oder zu lesen häufig eingeschränkt. So werden etwa neue Wörter oder Fachbegriffe nicht „automatisch“ über das Gehör aufgenommen, sondern müssen erlernt werden.

Worauf im Internet zu achten ist

  • Ob als Bedienungsanleitung oder zu Schulungs- und Weiterbildungszwecken, der Einsatz von Videos wird immer beliebter. Auch gehörlose oder schwerhörige Menschen sehen gerne Videos, wenn diese mit Untertiteln versehen sind.
  • Optimal ist, wenn gehörlose Menschen in Gebärdensprachvideos über wichtige Inhalte einer Webseite informiert werden. Auch eine einfache, gut verständliche Sprache ist von großem Vorteil.

Zahlen und Fakten

Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind hochgradig hörbehindert oder gehörlos (2001), weltweit rund 360 Millionen Menschen (2015). Rechnet man leicht- bis mittelgradig schwerhörige Menschen hinzu, sind 19 % der deutschen Bevölkerung betroffen. Doch von den Anforderungen höreingeschränkter Webseitenbesucher profitieren viele: Beispielsweise sind für mobile Nutzer, Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Nicht-Muttersprachler Untertitel hilfreich.