Alternativen für Multimedia

Anforderung gemäß BITV
1.2 Für zeitgesteuerte Medien sind Alternativen bereitzustellen.

Audioinformationen sind für Menschen mit Hörbehinderungen nicht zugänglich. Rein visuell vermittelte Inhalte sind für blinde Nutzer nicht wahrnehmbar. Abhilfe schaffen Alternativen für Multimedia. Welche Alternativen unterschieden werden, lesen Sie weiter unten. Grundsätzlich können Sie sich aber am Zwei-Sinne-Prinzip orientieren: Steht ein Sinn nicht zur Verfügung, z.B. das Hören, so sollte die Wahrnehmung über einen anderen Sinn möglich sein, z.B. das Sehen, und umgekehrt.

Wie umsetzen?

Wie kommen Sie als Redakteur zu einer Alternative? Entweder Sie beauftragen die entsprechende Alternative bei Ihrem Video- oder Audio-Produzenten gleich mit, binden einen spezialisierten Dienstleister ein oder Sie erstellen die Alternative selbst. Eine ausführliche Anleitung, wie Sie bei der Erstellung einer Untertitelung und Audiodeskription vorgehen können, finden Sie in unserem Leitfaden barrierefreie Online-Videos.

Besprechen Sie mit Ihrer Webagentur, wie die jeweilige Alternative auf der Webseite zur Verfügung gestellt werden kann. Achten Sie darauf, die Alternativen immer im direkten Kontext zum Multimedia-Angebot anzubieten.

Welche Alternativen werden unterschieden?

Audiodatei

Audiodateien, etwa Podcasts, benötigen eine Transkription. Für eine hörbehindertengerechte Transkription werden das gesprochene Wort und alle weiteren wichtigen Audioinformationen in Text-Form angeboten. Hintergrundgeräusche werden in Klammern gesetzt. Sind verschiedene Sprecher aktiv, muss auch dies vermittelt werden.

Bieten Sie die Transkription möglichst in HTML an. Je nach Umsetzung kann es nötig sein, dass in der Nähe der Audiodatei ein Link auf die Transkription verweist und umgekehrt aus der Transkription ein Link auf die Audiodatei. Besprechen Sie die Umsetzung mit der Agentur.

Stumme Videos

Stumme Videodateien, etwa eine Filmsequenz, die zeigt, wie ein Gerät zusammengesetzt wird, benötigen eine vollwertige Medienalternative in Form eines Textes oder einer Audiodatei. Besprechen Sie mit Ihrer Webagentur, welche Form der Alternative angeboten werden soll. Inhaltlich sollte die Medienalternative alle wichtigen Informationen des Bewegtbildes vermitteln, also – ähnlich wie ein Drehbuch – neben den Dialogen auch die Beschreibung von Handlung und Hintergrund. Auch hier sollte die Alternative direkt beim stummen Video verlinkt sein und ein Backlink zur Verfügung gestellt werden.

Videos

Videos benötigen bis zu zwei Alternativen:

  • Untertitelung für Menschen mit Hörbehinderung: Für Menschen mit Hörbehinderung muss der Inhalt der Tonspur durch eine Untertitelung bereitgestellt werden. Untertitel, sogenannte Captions, geben nicht nur Sprache wieder, sondern auch andere wichtige Audioinformationen, z.B. Geräusche oder Musik. In unserem Video-Leitfaden finden Sie ausführliche Informationen zu Untertitelung und zu Untertitelung mit YouTube.
  • Audiodeskription für blinde Menschen: Für blinde Menschen werden Videos durch eine Audiodeskription verständlich. Für die Audiodeskription wird das, was im Bild zu sehen ist, von einem Sprecher beschrieben, etwa wichtige Informationen zu Handlung, Personen oder Schauplätzen. Auch Texteinblendungen werden vorgelesen. Audiodeskriptionen sind dann notwendig, wenn Inhalte nur über Bilder vermittelt werden. Nur durch das Hören der Bildbeschreibung lässt sich dann das Video verstehen. In unserem Video-Leitfaden finden Sie ausführliche Informationen zur Audiodeskription.